Herz & Plan für Saarbrücken

Die Tour online

Hier finden Sie zu allen Sehenswürdigkeiten der Tour aus dem Faltplan detaillierte Informationen.

Station 1 - Rathaus St. Johann

Wir beginnen unsere Tour am Rathaus St. Johann. Dem heutigen Sitz der Stadtverwaltung. Es wurde zwischen 1897 und 1900 errichtet. Als  Architekt und Baumeister wurde Georg von Hauberisser beauftragt. Er hat auch die Rathäuser in München und Wiesbaden entworfen.

Wenn wir vor dem Rathaus stehen, fällt uns direkt der 54 Meter hohe Turm auf. Er besitzt seit 1999 ein Glockenspiel, das täglich um 15:15 und 19:19 ertönt. Auffällig ist auch die Figur des heiligen Georg mit dem Drachen, der den Kampf gegen das Böse darstellt.

Am linken Gebäudeteil sehen wir drei hohe Fenster und zwei Erker. Hier befindet sich der Festsaal des Saarbrücker Rathauses, in dem jährlich ca. 1000 Trauungen stattfinden. Mit seinen zahlreichen Verzierungen und seiner Ausstattung gilt er zu Recht als einer der schönsten Festsäle im Südwesten Deutschlands. Hoch oben über dem Gebäudetrakt wacht ein Ritter über die Stadt.

Die Fassade des linken Gebäudeteils und des Turms sind außerdem mit zahlreichen Figuren geschmückt. Sie stellen wichtige Berufsstände der ehemaligen Stadt St. Johann dar. Von links nach rechts sind ein Bergarbeiter, ein Hüttenarbeiter, ein Bauer, ein Bierbrauer, ein Kaufmann und ein Gerber zu sehen.

Der rechte Gebäudeteil ist eher schlicht gehalten. Auffällig ist der sogenannte Bürgermeistererker. Hier befindet sich das Büro des Oberbürgermeisters. Am Erker sind vier Konsolenköpfe zu sehen, die verschiedene Lebensalter des Menschen zeigen.

Das Rathaus wurde mehrfach erweitert. In den 1920er Jahren wurde ein Gebäudetrakt im expressionistischen Stil in der Kaltenbachstraße errichtet. In den 1930er Jahren kam der Erweiterungsbau in der Gerberstraße dazu. Zuletzt entstand in den 1990er Jahren das Rathaus-Carée. Es wurde von dem Architekten Helge Bofinger entworfen, der auch das „Willy-Brandt-Haus“, die SPD-Parteizentrale, entworfen hat. Die Ähnlichkeit ist kaum zu übersehen.

Station 2 - Johanneskirche

Die Johanneskirche ist eine evangelische Kirche, die zusammen mit dem Rathaus ein Ensemble bildet. Von 1894 bis 1898 wurde sie im neogotischen Stil errichtet. Architekt war Heinrich Christian Güth.

Mit rund 74 Metern ist der Kirchturm der Johanneskirche heute der höchste des Saarlandes. Er enthielt bei seinem Bau vier Glocken, die aus erbeutetem französischem Kanonenerz des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 gegossen worden waren. Sie wurden nach dem Kaiser, der Kaiserin, dem Reichskanzler Bismarck und dem heiligen Johannes benannt. Damit und bezugnehmend auf das Rathaus sollte das „Bündnis zwischen Thron und Altar“ des damals streng monarchistisch ausgerichteten Protestantismus versinnbildlicht werden.

Die Kirche überstand den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet. In der Nachkriegszeit wurde die Kirche jedoch umgebaut und der Innenraum umgestaltet. Von der ursprünglichen Ausstattung und Ausmalung ist so gut wie nichts mehr vorhanden.

Am Eingangsportal sind zwei lebensgroße Figuren zu sehen. Links der Stadtpatron und Namensgeber von St. Johann, Johannes der Täufer und rechts der heilige Arnulf von Metz. Er war Bischof von Metz und hat die erste Kapelle (heutige Standort der Basilika) zu Ehren des heiligen Johannes in St. Johann initiiert.

Die Johanneskirche wird heute nicht nur für Gottesdienste genutzt, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen.

Station 3 - Synagoge

Am Beethovenplatz angekommen sehen wir linker Hand ein Gebäude mit sieben Fenstern und einem Rundfenster mit Davidsterndie neue Saarbrücker Synagoge.

Die ehemalige Saarbrücker Synagoge stand ursprünglich an der Ecke Futterstraße/Kaiserstraße. Sie wurde am Abend des 9. November 1938 von SS-Einheiten geplündert, entweiht und durch Brandstiftung unwiederbringlich zerstört. Zeitgleich wurden Jüdinnen und Juden durch die Stadt gehetzt, misshandelt und mit dem Tode bedroht.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründeten vierzig überlebende Jüdinnen und Juden am 2. Juni 1946 im Festsaal des Saarbrücker Rathauses die neue Synagogengemeinde Saar. Mit der Unterstützung der französischen Besatzungsmacht und der Landesregierung des autonomen Saarlandes wurde die Pläne für einen Neubau vorangetrieben.

So entstand nach dem Entwurf des Architekten Heinrich Sievers in den Jahren 1948 bis 1951 die neue Synagoge. Am 14. Januar 1951 wurde sie feierlich eingeweiht. Sie ist damit die früheste Nachkriegssynagoge auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Im Innern bietet die Synagoge Platz für rund 248 Menschen. Die riesige Emporenhalle mit Thoraschrein und Orgel ist sehenswert. Interessierte können nach vorheriger Anmeldung das Gebäude besichtigen und sich bei einer Führung durch den Kantor auch einen Einblick in das jüdische Leben an der Saar verschaffen.

Weitere Informationen findet man unter www.synagogengemeindesaar.de.

Station 4 - Die Bergwerksdirektion / Europa-Galerie

Die ehemalige Bergwerksdirektion wurde im Stil der Neorenaissance in den Jahren 1887 bis 1880 von Martin Gropius und Heino Schmieden errichtet.

Hier wurden bis in die frühen 1970er Jahre die Bergwerke an der Saar verwaltet. Das Gebäude verfügt über eine reichlich verzierte Fassade. Zu finden sind

  • steinerne Wappenschilde mit den Namen der ehemaligen saarländischen Bergwerke: St. Charles, Kohlwald, Bexbach, Camphausen, Alsbach, Göttelborn, Victoria, Geislautern, Ensdorf, Dilsburg, von der Heydt, Gerhard, Prinz Wilhelm, Jägersfreude, Dudweiler, Altenwald, Sulzbach, Heinitz, Dechen, Reden, Itzenplitz, König, Friedrichsthal, Quierschied, Merchweiler, Wellesweiler, Ziehwald, Richard und Gersweiler.
  • Portraitmedaillons bedeutender Persönlichkeiten: Heinrich Böcking (ehem. Oberbürgermeister), Ernst Heinrich von Dechen (ehem. Oberberghauptmann), Otto Ludwig Krug von Nidda (ehem. Preußsicher Ministerialdirektor), Leopold Sello (ehem. Präsident der preußischen Grubenverwaltung an der Saar)
  • sechs Skulpturen, die Personen aus den Bergbauberufen in ihrer typischen Kleidung darstellen: einen Kohlenhauer, einen Bergwerksdirektor, einen Steiger, einen Gesteinshauer, einen Hüttenarbeiter und einen Bergmann
  • außerdem sind zahlreiche Wappen von adeligen Herrscherfamilien, des Deutschen Reiches, des Königreichs Preußen, der Stadt St. Johann und Saarbrückens zu sehen.

Betritt man die Europa-Galerie durch das Eingangsportal der ehemaligen Bergwerksdirektion, fällt einem direkt das denkmalgeschützte gusseiserne Treppenhaus auf. Bedeutend ist hier vor allem das Ehrenmal auf dem ersten Podest der Treppe. Der Künstler Ferdinand Selgrad gestaltete im Jahr 1964 drei Fenster als Denkmal für die Opfer des Grubenunglücks von Luisenthal sowie für alle verunglückten Bergleute.

Am 7. Februar 1962 kamen bei einer Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal 299 Bergleute ums Leben. Einer der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte des deutschen Bergbaus.

Das Denkmal stellt den toten Bergmann in das Zentrum der Darstellung, umgeben von seiner hinterbliebenen Familie und Kollegen. Im mittleren Fenster sieht man die Ehefrau, die den leblosen Körper ihres Mannes hält. Seine Arme hängen schlaff herunter. Auf der Erde liegt seine umgefallene erloschene Grubenlampe und sein weißer Schutzhelm. Im linken Fenster sehen wir zwei Bergmänner in ihrer Festtagskleidung und angezündeter Bergmannslampe stehen. Sie halten die Ehrenwache für ihren toten Kumpel. Im rechten Fenster sehen wir die heilige Barbara, die sich schützend an die Seite der zurückgebliebenen Kinder stellt.

Seit 2010 gehört das Gebäude der ehemaligen Bergwerksdirektion zum Komplex des Einkaufszentrums Europa-Galerie.

Station 5 - Ludwigskirche

Die evangelische Ludwigskirche wurde in den Jahren 1762 bis 1775 unter dem Baumeister Friedrich Joachim Stengel errichtet. Sie gilt als das Wahrzeichen der Landeshauptstadt Saarbrücken und hat es bereits bis auf die 2-Euro-Münze geschafft.

Der Ludwigsplatz bildet mit der Kirche und den angrenzenden Gebäuden ein beeindruckendes Ensemble, das nach dem Vorbild der französischen Place-Royal-Architektur entworfen wurde.

Ursprünglich wurde der Bau noch von Fürst Wilhelm Heinrich beauftragt. Nach sechs Jahren starb der Auftraggeber. Aufgrund des Tods und der finanziellen Probleme des Fürstenhauses ruhten die Bauarbeiten für einige Zeit. Erst 1773 gelang es Fürst Ludwig den Bau fortzuführen und wurde so zum Namensgeber der Kirche und des Platzes.

Die Ludwigskirche gilt als einer der stilreinsten und schönsten evangelischen Barockkirchen. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bis auf die Mauern zerstört und konnte nur dank einer jahrzehntelang andauernden Restaurierung wieder originalgetreu aufgebaut werden.

Der Grundriss der Kirche entspricht einem Kreuz mit etwa vier gleichlangen Seiten. Auffällig ist außen die Steinballustrade mit 28 Figuren, die Apostel, Propheten, biblische Personen und Tugenden zeigen. An der Hauptfassade ist ein Wappen zu sehen, das von den Aposteln Petrus und Paulus flankiert wird. Über dem Hauptportal sind zwei Texte in lateinischer Schrift zu lesen (Übersetzungen findet man auf Wikipedia).

Das Innere der Kirche ist weiß gehalten. Auffällig ist der ornamentale Schmuck und die Strahlensonne an der Decke. In allen vier Seitenarmen gibt es Emporen, die von weiblichen Figuren getragen werden. Sie stellen verschiedene Allegorien dar: Südempore (Wohlstand und Frieden), Nordempore (Hoffnung und Geduld), Orgelempore (Sakrament und Verkündigung), Fürstenempore (weltliches und geistliches Regiment).

Eine Besonderheit des Innenraums ist die Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel übereinander. Damit soll die Gleichwertigkeit der Wortverkündigung und des Abendmahls versinnbildlicht werden. Der sargähnliche Altar soll an das Leiden und Sterben Christi erinnern. Dreht man sich zum Eingang um, sieht man auf der Fürstenempore den Fürstenstuhl. Hier hatte der Fürst während des Gottesdienstes seinen Platz.

Zurück auf dem Ludwigsplatz kann man die umliegenden Palais‘ bestaunen. Hier wohnten und arbeiteten früher die Hofbeamten. Heute findet man hier die Staatskanzlei, Gastronomie, die Hochschule für Bildende Künste und weitere Institutionen. Der Platz wurde von Stengel so konzipiert, dass er sich in zwei große städtebauliche Sichtachsen einpasste. Die sogenannte Stengelachse ist heute noch erkennbar. Sie reicht vom Hauptportal der Kirche bis zur „Alten Kirche“ nach St. Johann. Die zweite Sichtachse reichte früher über den heutigen Flachbau der Staatskanzlei bis zum ehemaligen Lustschloss auf dem Ludwigsberg.

Station 6 - Saarbrücker Schloss

Das Saarbrücker Schloss steht auf den Ruinen einer alten Burg und eines Renaissanceschlosses. Die Burg wurde im Jahr 999 als „Castellum Sarrabrucca“ erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Otto der III. schenkte sie mit dem Dokument dem Bischof von Metz, der hier zur Verwaltung Gaugrafen einsetzte. Aus ihnen gingen die späteren Grafen von Saarbrücken hervor. Das Jahr 999 gilt seither als Gründungsdatum der Stadt Saarbrücken, die 1999 ihr tausendjähriges Jubiläum feierte.

Die Burg wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Um sie besser vor feindlichen Angriffen zu schützen, wurde ab 1536 ein Graben zwischen Burg und Stadt sowie Kasematten angelegt. Anfang des 17. Jahrhunderts entstand hier ein prächtiges Renaissanceschloss. Es wurde 1677 in kriegerischen Auseinandersetzungen stark beschädigt. Nach dem Tod von Friedrich Ludwig von Nassau-Saarbrücken fielen die Besitzungen an den usingischen Teil der Familie. Der neue Fürst Wilheim Heinrich beauftragte den Baumeister Friedrich Joachim Stengel mit dem Bau eines modernen Barockschlosses nach dem Vorbild von Versailles. Er ließ die alten Burggräben verfüllen, die Mauern des Vorgängerbaus schleifen, und legte sogar den Saarlauf um. Bis 1748 entstand ein moderner dreiflügeliger Schlossbau, der sich zur Stadt hin öffnet. Rund um den Schlossplatz entstanden zahlreiche repräsentative Gebäude. Hinter dem Schloss wurde eine große terrassenförmig Barockgartenanlage angelegt.

Bereits 1793 wurde das Schloss in den Wirren der Französischen Revolution durch Brand teilweise zerstört. Ab 1810 begann der Wiederaufbau der Ruine als Wohnhausanlage. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb der Landkreis Saarbrücken das Gebäude und nutze es für seine Kreisverwaltung. In der NS-Zeit wurde es als Leitstelle der Gestapo genutzt und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Danach verfiel die Schlossanlage zunehmend, bis man in den 1980er Jahren umfangreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen vornahm. Der Mittelpavillon wurde in Anlehnung an sein historisches Vorbild als moderner Stahlskelettbau neu errichtet. Der Entwurf stammt von Gottfried Böhm.

Neben dem Schloss findet man das Historische Museum Saar. Hier gibt es regelmäßig wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Region. In der Dauerausstellung kann man u.a. die unterirdischen Burganlagen besichtigen und mehr über die Geschichte des Schlosses erfahren.

Auf dem Schlossplatz finden sich weitere imposante Bauwerke:

  • Das alte Rathaus (Sitz der Volkshochschule),
  • das Kreisständehaus (Museum für Vor- und Frühgeschichte / Alte Sammlung der Stiftung saarländischer Kulturbesitz)
  • und das Erbprinzenpalais (Verwaltung des Regionalverbandes Saarbrücken)

1993 wurde der Ehrenhof zu einem ganz besonderen Denkmal. Hier wurde der „Platz des unsichtbaren Mahnmals“ eingeweiht. 2.146 Pflastersteine tragen auf ihrer Unterseite die Namen der deutschen jüdischen Friedhöfe vor 1933.

Empfehlenswert ist auch der Blick von der Schlossmauer. Von hier sieht man gut den gegenüberliegenden Stadtteil St. Johann mit dem Staatstheater, den Schwarzenbergturm in der Nähe der Uni, das Heizkraftwerk Römerbrücke mit seinem riesigen Kamin oder den Halberg mit dem Sendemast des Saarländischen Rundfunks. Ganz rechts direkt unterhalb des Schlossgartens ist das Gebäude des saarländischen Landtages zu sehen.

Station 7 - Alte Brücke

Um die Saar zu überqueren, nutzen wir die „Alte Brücke“. Sie ist die älteste noch erhaltene Brücke im Saarland. Kaiser Karl V. ließ sie 1546 bauen. Sie verband die damals eigenständigen Städte Saarbrücken und St. Johann.

Im Laufe der Geschichte wurde sie mehrfach umgebaut und beschädigt. In der Mitte schmückte sie mal ein Reiterdenkmal für Kaiser Wilhelm I., bis es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Ursprünglich hatte die Brücke dreizehn Bögen. Durch den Bau des Tblisser Platzes und der Autobahn wurde sie gekürzt, sodass heute nur noch sieben Bögen erhalten sind.

Station 8 - Saarländisches Staatstheater

Das Gebäude wurde von 1937 bis 1938 im Auftrag von Joseph Goebbels nach den Entwürfen von Paul Otto August Baumgarten im neoklassizistischen Stil erbaut.

Es gilt als Geschenk des „Führers“, weil bei der Saarabstimmung im Jahr 1935 eine überwältigende Mehrheit der Saarländerinnen und Saarländer für die Rückkehr des Saargebietes zum Deutschen Reich stimmten. Zahlen musste es die Stadt aber dann doch selbst.

Bei der Errichtung galt es als einer der modernsten Theaterbauwerke seiner Zeit und als „Bollwerk deutscher Kultur“. Am 9. Oktober 1938 wurde das Theater in Anwesenheit von Hitler, Goebbels und Himmler mit der Aufführung der Oper „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner eröffnet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt und geplündert. Nach dem Krieg wurde das Gebäude wieder aufgebaut und sämtliche Symbole der NS-Herrschaft entfernt. Bereits 1946 konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.

Am 1. Januar 1957 fand hier der Staatsakt zur politischen Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland um Beisein von Bundeskanzler Konrad Adenauer und des saarländischen Ministerpräsidenten Hubert Ney statt. Bis dahin war das Saarland ein teilautonomer Staat. Am 6. Juli 1959 wurde das Saarland auch wirtschaftlich an Deutschland angegliedert.

Heute finden im „Großen Haus“ jährlich zahlreiche Premieren und Veranstaltungen statt. Der Zuschauerraum fast rund 875 Zuschauerinnen und Zuschauer. Informationen zu den anderen Spielstätten des Saarländischen Staatstheaters und dem Spielplan finden Sie unter staatstheater.saarland.

Station 9 - Fröschengasse

Die Fröschengasse verläuft in einem Halbbogen rund um den Markt. Ihr Verlauf folgt der ehemaligen Stadtmauer, an der sich die Häuser anlehnten. Hier wohnten und arbeiteten die Handwerker von St. Johann. Heute finden sich hier kleine Boutiquen, Restaurants, aber auch das älteste Gasthaus der Stadt – Gasthaus „Zum Stiefel“. 1718 wurde das Gebäude gebaut und ist der Geburtsort der Saarbrücker Privatbrauerrei Bruch.

Von der alten Brücke kommend, findet man am Eingang zur Gasse die Hochwassermarken früherer Hochwasser der Saar. Von der anderen Seite überspannt ein Bogen mit einem Frosch die Gasse. Früher sollen von der Saar aus hier die Frösche den Weg in die Stadt gefunden habe.

Station 10 - Brunnen auf dem St. Johanner Markt

Er wurde 1759 von Friedrich Joachim Stengel und Ignatius Bischof entworfen. Heute ist er das Herzstück des St. Johanner Marktes und der Treffpunkt für die Saarbrückerinnen und Saarbrücker.

Er wurde mehrfach versetzt und saniert. Heute steht er wieder an seiner ursprünglichen Stelle und nimmt seinen Platz in der sich treffenden Sichtachsen von St. Johanner Markt, Obertorstraße und Saarstraße ein.

Rund um den Brunnen findet man zahlreiche Restaurants, Bars, kleine Läden und die Stadtgalerie.

Station 11 - Steinsymposium

Der St. Johanner Markt wurde in den 1970er Jahren zur Fußgängerzone, die am 1. Mai 1979 feierlich eingeweiht wurde. Im Rahmen dieser Umwidmung entstand die Pflastergestaltung durch Prof. Paul Schneider und die auffälligen Steinskulpturen, die man überall am Markt entdecken kann. Sie entstanden, wie die zwei Brunnenanlagen in der Obertorstraße und vor der „Alten Kirche“ während eines internationalen Bildhauersymposiums.

Die Steinskulpturen grenzen nicht nur die befahrenen von nicht befahrenen Flächen ab. Sie laden auch zum Anfassen, Sitzen oder Anlehnen ein. Die Skulpturen zeichnen wie die Pflastergestaltung historische Gegebenheiten nach. So sehen wir an unserer Station vor dem Gasthaus „Kartoffel“ einen hohen Stein, der an einen ehemaligen Gebäudekomplex erinnert und damit an die einstige Gassensituation.

Station 12 - St. Johanner Stadtmauer

St. Johann wurde erstmals um 1321 mit einer Stadtmauer befestigt. Reste sind heute als Häuserrückwand in der Evangelisch-Kirch-Straße erhalten.

Um 1680 wurde die Stadtmauer erneuert und mit drei Toren (Obertor, Untertor und Saartor) sowie acht Bastionen erweitert. Um die Mauern herum wurden bewässerte Gräben angelegt und ein Wall aufgeschüttet.

Die Straßen“Am Stadtgraben“ und „Bleichstraße“ folgen zum Teil dem Verlauf des ehemaligen Grabens. Um 1810 wurden die Stadttore abgerissen. Heute erinnern nur noch niedrige Mauern mit Hinweisschildern an sie. Man findet sie vor dem Gasthaus History (Obertorstraße), vor dem Eiscafé „Palazzo Sandro“ (Bahnhofstraße) und in der „Saarstraße“ in Richtung „Alte Brücke“. Reste der Bastion sind in der Evangelisch-Kirch-Straße gegenüber des Staatstheaters noch zu sehen. Sie wurde teilweise in das Gebäude des „Motel One“ integriert.

Station 13 - Basilika St. Johann

An der Stelle der heutigen Basilika stand Überlieferungen zufolge schon früh eine Kapelle. Urkundlich erwähnt wird sie erstmals 1325. Die Reformation wurde von Philipp III. von Nassau-Saarbrücken bis 1575 eingeführt. Mit der Reformation wurde die alte Kapelle umgebaut und erweitert. Als der französische König Saarbrücken annektierte, wurde die Kapelle 1684 rekatholisiert. Da das Gotteshaus für die katholische Gemeinde zu klein war, wurde Friedrich Joachim Stengel mit einem Neubau beauftragt.

Die heutige Basilika wurde in den Jahren 1754 bis 1758 errichtet. Finanziert wurden die Baukosten durch Spenden des französischen Königs Ludwig XIV. („Sonnenkönig“) und der Abtei Wadgassen.

1975 wurde ihr von Papst Paul VI. der Titel „Basilica Minor“ verliehen, um die Bedeutung des Bauwerks für die katholische Kirche hervorzuheben.

Die Kirche besitzt eine weit über die Stadtgrenzen bekannte Orgel. Sie besteht aus drei selbständigen Werken, die einzeln oder zusammen gespielt werden können und insgesamt 60 Register mit 4312 Pfeifen besitzt.

Sehenswert ist auch das Bronzeportal mit seinem Handlauf, das vom Saarbrücker Künstler Ernst Alt gestaltet wurde. Zu sehen sind auf beiden Seiten des Eingangs jeweils zwei Bronzehände. Sie stellen den Lauf des Lebens dar, von der Kindheit bis zum Greisenalter. Es soll an die eigene Vergänglichkeit erinnern.

Das Portal zeigt auf dem linken Türflügel Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers aus dem Neuen Testament und rechts die damit korrespondierenden Szenen aus dem Leben der Leidensgeschichte Jesu Christi.

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